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Frankfurt-Session vs. London-Session: Welche bringt mehr?

27. April 2026 · 6 Min Lesezeit

Frankfurt-Session vs. London-Session: Welche bringt mehr?

Wer regelmäßig europäische Märkte handelt, kennt das Gefühl: Der Wecker klingelt um 7:55 Uhr, der erste Kaffee ist noch heiß, und auf dem Chart beginnt sich bereits etwas zu bewegen. Aber welche dieser beiden trading sessions ist für dein Setup wirklich relevanter – die Frankfurt-Session ab 8:00 Uhr oder die London-Session ab 9:00 Uhr MEZ?

Die kurze Antwort: Das hängt stark davon ab, was du handelst, wie dein Setup aussieht und welche Volatilität du brauchst. Die lange Antwort findest du im Folgenden.

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Was sind die europäischen Trading Sessions überhaupt?

Bevor wir vergleichen, kurz zur Einordnung. Der globale Handelstag teilt sich klassisch in drei große trading sessions auf:

Innerhalb der Europa-Session gibt es aber einen deutlich spürbaren Unterschied zwischen dem frühen Morgen – der frankfurt-session – und dem Beginn der echten europäischen Kernzeit mit London ab 9:00 Uhr MEZ.

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Die Frankfurt-Session: 8:00 – 9:00 Uhr MEZ

Die Xetra eröffnet um 9:00 Uhr, aber der Futures-Handel am DAX (FDAX) und der EURO STOXX 50 läuft bereits ab 8:00 Uhr. Das ist genau das Zeitfenster, das viele erfahrene Trader als "Pre-London-Window" bezeichnen.

Was passiert in dieser Stunde?

In den meisten Fällen passiert in der Frankfurt-Session eines dieser drei Szenarien:

  1. Fake-Move und Reversal: Der Markt testet das Overnight-High oder -Low, triggert Stop-Orders und dreht dann wieder zurück. Klassisches Stop-Hunting-Verhalten.
  2. Echter Impuls mit Fortsetzung: Wenn ein relevanter News-Katalysator vorhanden ist (z. B. Deutsche Inflation, EZB-Kommentare), kann sich ein Trend etablieren, der bis London weiterläuft.
  3. Enge Range: Keine Bewegung, niedriges Volumen, der Markt wartet auf London.
Die Volumenstruktur in dieser Stunde ist entscheidend. Der DAX-Future bewegt sich zwar, aber das Volumen ist oft 40–60 % niedriger als in der London-Session. Das bedeutet: Moves können schneller kippen, und das Slippage-Risiko steigt.

Geeignet für welche Trader?

Die frankfurt-session ist interessant für:

Für Swing-Trader oder Positionshändler ist dieses Fenster meistens irrelevant – zu viel Rauschen, zu wenig institutionelles Commitment.

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Die London-Session: 9:00 – 12:00 Uhr MEZ (Kernzeit)

Ab 9:00 Uhr MEZ ändert sich das Bild schlagartig. Die london-session forex ist – gemessen am Umsatz – die mit Abstand größte Handelszeit der Welt. London verarbeitet laut BIS-Daten (2022) rund 38 % des globalen Devisenhandels. Das spiegelt sich direkt in der Preisbewegung wider.

Warum London dominiert

Wenn London öffnet, treten institutionelle Marktteilnehmer mit echtem Kapital auf den Plan:

Das Ergebnis: Breitere Spreads in den ersten Minuten, aber danach deutlich höheres Volumen und sauberere Trendbewegungen als in der Frankfurt-Session.

Konkrete Zahlen aus der Praxis

Wer den EUR/USD intraday handelt, sieht den Unterschied sofort:

Ähnliches gilt für den DAX: In der London-Session ist das durchschnittliche Stundenvolumen oft doppelt so hoch wie in der Frankfurt-Pre-Session. Das bedeutet niedrigeres Slippage-Risiko, bessere Ausführung und zuverlässigere technische Niveaus.

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Der direkte Vergleich: Frankfurt vs. London

| Kriterium | Frankfurt-Session (8–9 Uhr) | London-Session (9–12 Uhr) |
|---|---|---|
| Volumen | Mittel | Sehr hoch |
| Volatilität | Gering bis mittel | Mittel bis hoch |
| Fake-Moves | Häufig | Seltener (aber möglich) |
| News-Reaktionen | Ja, aber kurzlebig | Ja, nachhaltiger |
| Geeignete Stile | Scalping, Gap-Trading | Alle Stile |
| Spreads | Etwas weiter | Eng (ab ~9:10 Uhr) |

Die London-Session ist für die meisten Trading-Setups klar überlegen – nicht wegen der Eröffnungsminuten (9:00–9:15 Uhr können extrem chaotisch sein), sondern wegen der Stunde danach.

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Wann die Frankfurt-Session doch gewinnt

Es gibt Situationen, in denen die Frankfurt-Session die bessere Wahl ist:

1. Gap-Trading am DAX

Wenn der DAX mit einem signifikanten Gap von mehr als 0,5 % öffnet, bietet das erste Handelsfenster oft die beste Gelegenheit für Gap-Fill-Setups. Das Ziel: Der Markt füllt 50–80 % des Gaps, bevor London übernimmt.

Beispiel: DAX schließt am Dienstag bei 18.250. Mittwochmorgen öffnet der FDAX bei 18.150 (100-Punkte-Gap nach unten wegen US-Abverkauf über Nacht). Typisches Szenario: Gap-Fill bis 18.200 in den ersten 30 Minuten, danach Übernahme durch London-Momentum.

2. Deutsche Makrodaten

Veröffentlichungen wie CPI Deutschland (8:00 Uhr), Ifo-Index (10:00 Uhr) oder ZEW-Erwartungen (11:00 Uhr) können in der Frankfurt-Session scharfe, handelbare Reaktionen auslösen – besonders im EUR/USD und im DAX.

3. Niedrige Overnight-Volatilität (enge Range)

Wenn die Asien-Session eine extrem enge Range hinterlässt, kann das erste Ausbrechen dieser Range in der Frankfurt-Session einen sauberen, messbaren Trade liefern. Vorbedingung: Klares Niveau, klarer Trigger, definiertes Stop-Loss.

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Typische Fehler beim Handeln beider Sessions

Viele Trader – besonders Einsteiger – machen folgende Fehler:

Regel für beide trading sessions: Erst beobachten, dann handeln. Die ersten 5–10 Minuten einer Session sind selten die besten Eintrittspunkte.

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Welche Session passt zu welchem Instrument?

Nicht jedes Instrument reagiert gleich auf die verschiedenen trading sessions:

DAX / FDAX / MFDAX

EUR/USD, GBP/USD

NQ-Futures / US-Indizes

Micro-Kontrakte (MES, MNQ, MFDAX)

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Meine Empfehlung: Kombiniere beide Sessions bewusst

Das beste Setup ist kein Entweder-Oder. Viele professionelle Intraday-Trader nutzen die Frankfurt-Session zur Orientierung und Niveau-Identifikation, handeln aber ihren ersten Trade erst in der London-Session, wenn Volumen und Richtung klarer sind.

Konkreter Workflow:

  1. 7:45 Uhr: Chart-Check, Vortagsniveaus markieren, Wirtschaftskalender prüfen
  2. 8:00–9:00 Uhr: Beobachten, Gap-Struktur einschätzen, erste Reaktionen notieren
  3. 9:00–9:15 Uhr: London-Open abwarten, kein voreiliges Trading
  4. 9:15–11:30 Uhr: Kern-Handelszeit, Setup umsetzen, wenn Volumen und Richtung bestätigen
  5. Danach: Trade-Auswertung, Journal-Eintrag, fertig

Kein Trade ist besser als ein schlechter Trade – das gilt besonders in der Frankfurt-Session, wo die Bewegungen verführerisch wirken, aber oft ohne Substanz sind.

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Wer beide trading sessions systematisch auswerten will – welche Setups in welchem Zeitfenster wirklich funktionieren, wie hoch der Profit Factor je Session ist und wo die meisten Verluste entstehen – dem hilft TradeLog, das strukturierte Journaling-Tool, das genau diese Art von zeitbasierter Performance-Analyse ermöglicht.

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